Ad absurdum

Discussion in 'Berichte vom Strassenstrich' started by Fafnar, Jan 17, 2010.

  1. by Fafnar
    Fafnar

    Fafnar Foren - Hangaround

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    E. (28 Jahre, Deutsche, ohne festen Wohnsitz) ist drogenabhängig. Um sich das Geld für ihre Drogensucht in Höhe von täglich ca. 100 Euro zu besorgen, geht sie im Frankfurter Bahnhofsviertel anschaffen. Sie belästigt niemanden. Sie wartet am Straßenrand, bis ein interessierter Freier sie anspricht. Der Freier bekommt in einem Stundenhotel oder in seinem Fahrzeug für 30 Euro seine Wünsche erfüllt. E. setzt dieses Geld in Heroin und Crack um.

    Seit 11. Januar verbüßt E. nun in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Preungesheim eine Haftstrafe. Sie verstieß gegen die Sperrgebietsverordnung, wurde am 18. August 2009 um 1.25 Uhr in der Taunusstraße erwischt und zu einer Strafe von rund 300 Euro verurteilt. E. zahlte nicht. Es wurde eine 30-tägige Ersatzhaft angeordnet. Die Tageshaftkosten betragen in Hessen 95,61 Euro (Stand 2007). Da E., so wie nahezu alle anderen Junkiehuren auch, die Strafe von 300 Euro nicht zahlen kann, entstehen nun für die Unterbringung von E. in der JVA dem Steuerzahler Kosten in Höhe von 2.868,30 Euro. Laut Polizeibericht wurden in den vergangenen acht Monaten 44 Haftbefehle wegen Prostitution im Sperrgebiet ausgesprochen, daraus resultieren Kosten in Höhe von rund 130.000 Euro.

    Dies ist die Folge einer im Sommer vergangenen Jahres von BILD gestarteten Hetzkampagne gegen die drogenabhängigen Straßenprostituierten im Frankfurter Bahnhofsviertel. Im Rotlichtviertel zwischen Nidda- und Kaiserstraße haben zwar 15 Bordelle ganz legal ihren Sitz, auf den Straßen vor den Laufhäusern sind Absprachen zwischen Prostituierten und Freiern zwecks Vereinbarung von sexuellen Dienstleistungen aber verboten. Eine Logik, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Bordelbetreiber eine starke Lobby im Stadtparlament haben. Wenn die Straßenprostitution verboten ist, sollen, so der Wunsch der Bordellbesitzer, die Freier ausschließlich die Prostituierten in den Laufhäusern aufsuchen und somit die Kassen der Bordellbesitzer zum Klingen bringen. Dies ist allerdings eine irrige Annahme, denn es gibt fast keine Freier, die sowohl die Dienstleistungen der Junkiehuren des Straßenstriches als auch die der professionellen Huren der Laufhäuser in Anspruch nehmen. Die Klientel ist völlig verschieden. Die Junkies vom Straßenstrich schmälern daher in keinster Weise die Einnahmen der Bordellbesitzer.

    Die obdachlose E. sieht die vierwöchige Haft nicht als Beeinträchtigung ihres Lebens an. Sie hat jetzt, in der kalten Jahreszeit, eine warme Bleibe, bekommt regelmäßig Essen und Trinken, erhält täglich kostenlos Methadon. Sie kann sich von ihrer kräfte- und gesundheitsraubenden Arbeit auf dem Straßenstrich ausruhen. Sind die vier Wochen vorbei, wird sie wieder ganz erholt ihrer Tätigkeit im Sperrgebiet nachgehen. Wie sonst soll sie auch ihren Drogenkonsum finanzieren?

    Sie wird wahrscheinlich wieder von der Polizei erwischt werden. Infolge der Kampagne von BILD gegen schwerstkranke Drogenabhängige und den damit verbundenen massiv verstärkten Einsatz von Polizeikräften im Bahnhofsviertel ist E. nicht die einzige, die in Preungesheim einsitzen wird. Jede der Prostituierten, die bei der Ausübung ihrer Tätigkeit im Bahnhofsviertel aufgegriffen wird, wird den Steuerzahler 3.000 Euro kosten. Wieviel zusätzlich der verstärkte Polizeieinsatz im Rotlichtviertel kostet, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die Beamten der »AG Laterne« an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten.

    Durch die Hetzkampagne von BILD gegen die Prostituierten im Bahnhofsviertel hat sich im Rotlichtviertel nichts geändert. Die drogenabhängigen Frauen gehen nach wie vor auf dem Straßenstrich anschaffen, die Freier nehmen nach wie vor die Dienste der Prostituierten in Anspruch. Wie lange noch soll die Sperrgebietsverordnung aufrecht erhalten werden? Für die drogenabhängigen Prostituierten stellt die Ersatzhaft keinerlei Abschreckung dar, zumal sie auch keine andere Möglichkeit haben, ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Und dem Steuerzahler entstehen jährlich Kosten im sechsstelligen Bereich. Wem also nützt die Sperrgebietsverordnung? Die jetzige Situation ist absurd!
     
  2. by SexInn
    SexInn

    SexInn ~ Laufhausbetreiber ~

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  3. by grandpa
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  4. by canteros
    canteros

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    Last edited: Jan 18, 2010
  5. by patrick
    patrick

    patrick Foren - Hangaround

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  6. by Spermapumpe
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  7. by SexInn
    SexInn

    SexInn ~ Laufhausbetreiber ~

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  8. by lexx23
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  9. by canteros
    canteros

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  10. by falke2
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  11. by mariasanyo
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    Last edited: Jan 22, 2010
  12. by patrick
    patrick

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    Last edited: Jan 22, 2010
  13. by FFMFickER
    FFMFickER

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