Fett fabuliert – Quote schwillt an

Dieses Thema im Forum "Dies und Das aus dem Rotlichtviertel" wurde erstellt von spritzundgo, 26. September 2010.

  1. von spritzundgo
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    Fernsehkritik: „Monsterweib – meine Kurven machen süchtig“ aus der Talkreihe „Britt“ (SAT1)

    Was findet der gemeine Zuschauer nur an diesem auf Krawall, Indiskretionen und Einfältigkeit gebürsteten Redeformat, bei dem man Menschen mit Artikulationsschwierigkeiten vor überwiegend jungen Hauptschülerinnen im Studio an die Grenzen ihres emotionalen sowie geistigen Potentials vorführt? Die Moderatorin Britt sieht aus wie die Unschuld vom Lande, nur mit solider Strähnchenblondierung und maskenhafter Schminke. Sie entpuppt sich als geübte Fettnäpfchenaufstellerin, in die sie ihre Gäste reihenweise elefantös reintrampeln lässt. Britt stellt sich zwar fragend vor ihren sitzenden Talkshowbesuchern, aber eben nur rein optisch. Moralisch schwingt sie auf alles, was auf der Bühne Platz nimmt, ihre scheinheilige Moralkeule.

    Bei Gästin Yvonne (25 Jahre, 150 Kg) ständen die Männer, wie sie lächelnd versichert, Schlange: vor der Diskothek, hinter der Diskothek und im Internet. Sie brachte es innerhalb von neun Monaten auf 120 Verpoppungseinheiten, offeriert einen Bauchtanz, der uns einen kurzen Blick auf ihre Hautunreinheiten werfen lässt, da ihr Topp währenddessen ein wenig verrutscht. Mandy (20 Jahre, 75 Kg) war mal genauso dick wie Yvonne, setzt sich auf den Platz neben sie und beginnt Yvonne umgehend zu beleidigen, ohne dass dafür irgendein Anlass gegeben wäre.

    Die nachfolgende Werbeunterbrechung dauert fast exakt genauso lange wie der vorherige Sendungsversatz. Ich dachte, so etwas entspricht nicht den gesetzlichen Vorschriften. Es folgt die Gewinnspielfrage: einen Preisnachlass nennt man … a) einen Rabatt oder b) Ramba Zamba. Fehlen Ihnen auch gerade die Worte? Das Niveau sinkt weiter, denn jetzt geht der Talk weiter. „Kann es dir nicht passieren, dass du abwegig wirst“, fragt die fernsehallürenkopfnachhintenwerfende Britt die Mandy, die Ex-Dicke, die sich per Diät innerhalb eines Jahr verdünnisierte. „Nein, ich liebe doch meinen Freund.“ – Um das bunte Treiben noch ein wenig bunter zu machen, tritt nun ein Transvestit auf, der wie aufgezogen atemlos im holländischen Akzent spricht: „ich mach ja Showtanz, dass heißt ich mach mehr Show als Tanz“. Mit diesem Kalauer aus der Adenauerzeit reist sie/er das Studiopublikum von den Sitzen. Irgendwie ist das ja schon wieder fast rührend, wenn sich Menschen so leicht gut unterhalten fühlen. – Nicole (Sexarbeiterin, 29) tritt vor das begeisterungsfähige Britt-Publikum. Und was fragt die Britt: „Du bist neunundzwanzig und hast dich jetzt erst entschlossen diesen Job zu machen? Warum?“ Britt erinnert sich eine Fragen später an das Thema der Sendung und kommt darauf zu sprechen, dass Nicole früher ja richtig dick war und nicht wie heute ein normalgewichtiger Tussitoaster, sprich eine sonnenbankgebräunte Prostituierte. Die versammelte pfundige Gästeschar, die sich bisher gerne mal untereinander wüst zu beschimpften pflegte, verbündet sich von Sekund an als eine Untergewichtige das Studio betritt. „Steckst du dir eigentlich manchmal `nen Finger in den Hals oder wie hältst du dein Gewicht?“

    Die Sendung endet im Chaos mit Gebrüll, wobei dem Transvestiten im Eifer des Gefechts eine Klorolle aus der Kleidung flutscht, die er als Brustimplantat benutzte. Lieber Gott, lass Hirn vom Himmel regnen.
     
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