Am Ende der Zeit war ich zufrieden, denn ich hatte am Anfang eine Meinung darüber, wie die Stunde verlaufen würde, und ich hatte recht behalten. Fünf Frauen hatten sich vorgestellt und sie blieben auch alle im Zimmer. Hier im Mainz Relax. So stand ich fünf Frauen gegenüber. Eine davon sollte ich aussuchen. Eine prekäre Situation. Ich wählte die, deren Körperhaltung eine Reserviertheit gegenüber mir auszudrücken schien. Selbst ihr Gesicht sah ich nur im Profil. Sie sah mich nicht einmal an. Sie war aber die auffälligste von den Fünfen. Das hübsche Gesicht war mir schon bei ihrem Betreten des Zimmers aufgefallen. Die Figur tadellos, schlank und straff, na ja, bei den Brüsten wurde der Natur nachgeholfen. Der Körper – über 1,70 groß - nur verhüllt von einem weißen Badeanzug. Das hübsche Gesicht umrahmt von langen, schwarzen Haaren, die einfach so herabhingen. „Die nehme ich“, sagte ich und deutete mit einem Finger auf die hübsche Frau. „Wie heißt sie eigentlich“, frug ich. „Das ist Savanah“. Ich übereichte dem Empfangsherren einen Umschlag, in den ich 120 Euro gelegt hatte. Das ist der Tarif hier für eine Stunde erotischer Massage mit gemeinsamen Duschen. „Die anderen Mädchen sagen mir, dass du schreibst“, war ihre erste Anmerkung, als Savanah zurück ins Zimmer kam. Sie meinte damit wahrscheinlich einen Bericht, wie diesen hier. Ich schreibe natürlich Berichte in ein paar Foren, in denen über erotische Erlebnisse im Bezahlsex berichtet wird. Trotzdem leugnete ich. Ich denke, sie glaubte mir kein Wort. Das gemeinsame Duschen war eher der Reinigung unserer Körper gewidmet. Keine Spur von Erotik. Ich hatte in diesen Räumen schon andere Erfahrungen gemacht, die mir wesentlich besser gefallen hatten. So eine Massage fängt immer damit an, dass der zu Massierende auf dem Bauch liegt. Ich mache mir eigentlich nichts aus einer therapeutischen Massage. Damit die Frau gleich Bescheid weiß, sagte ich auch hier „ich mag es erotisch, sehr erotisch“. Savanah zeigte mir gleich, was sie unter Erotik verstand. Sie begann meinen Rücken mit ihrem Körper zu massieren. Sie tat es mit Ausdauer. Ich spürte ihren festen Leib, ihre festen Brüste. Während meiner Zeit auf dem Bauch liegend kam es zu keinerlei Berührung meiner erogenen Zone, die sich auf einen winzigen Teil meines Körpers beschränkt. Noch war ich unerregt, als sie mich aufforderte mich umzudrehen. Ich wälzte mich auf meinen Rücken. Endlich konnte ich ihr Gesicht sehen. Es gefiel mir immer besser. Sie tröpfelte Öl auf meinen Oberkörper. Ihr Körper glitt über den dünnen Ölfilm und meinen Leib. Meine Hände erforschten ihren Körper. Festes Fleisch, ein straffer Bauch, fester Po. Ihre Brüste hart. Meine Hände wollten auch dorthin, wohin sie immer wollen. Ich wollte ihre Weiblichkeit erforschen. Savanah wollte das nicht. Endlich gingen ihre Hände auch dorthin, wo meine Lust entsteht. Es gefiel mir, wie sie das tat. Es war ein Streicheln, ein Zucken, dann wieder streicheln, locken. Dann war mein inzwischen harter und eingeölter Penis in ihrer Faust. Ich wollte mich ergeben und hatte einen Orgasmus. Der war wie immer. Erlösung, Erleichterung, Leere. Danach wollte ich nur noch duschen. Wir duschten zusammen. Es war wieder nur die Reinigung unserer Körper. „Du hast ein wunderschönes Gesicht“, meinte ich zu ihr. „Du siehst aus wie die junge Salma Hayek, könntest ihre Schwester sein“. „Ich weiß. Das haben mir schon einige gesagt“, war ihre Antwort. Savanah schien mir in ihren Körper verliebt zu sein, der ihrer Meinung nach dafür gemacht ist, gesehen und bewundert zu werden. Ich habe ihn gesehen, ich habe ihn bewundert. An ihrem Gesicht konnte ich mich nicht sattsehen. Savanah schenkte mir keine Illusionen oder gar Nähe. Die „Massage“ war nüchtern und sachlich. Es war alles dabei. Unvergesslich wird sie mir nicht sein. Savanah kommt aus Venezuela. Sie spricht Englisch. Man kann sich ganz gut mit ihr unterhalten. In dem Studio war ich schon oft. Tolle Zimmer, groß und ansprechend eingerichtet. Das Zimmer mit großem, rundem Bett und einer Dusche ausgestattet. Ich weiß nicht, ob ich da noch einmal hingehe, nachdem man mich als Schreiber enttarnte.
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